Immer im Blick: Technologie und Belegschaft
Kathrin und Bernd Stephan (von links) begrüßten Landrat Miroslaw Kowalski und Christina Biehl (Wirtschaftsförderungs-GmbH) in ihrem Betrieb in Frauenberg. Foto: Sarah Hippeli (Herbert Stephan KG)
Landrat Miroslaw Kowalski und WFG-Geschäftsführerin Christina Biehl zu Besuch bei der Herbert Stephan KG
Frauenberg. Bei einem Besuch in Frauenberg informierten sich Landrat Miroslaw Kowalski und die Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderungs- und Projektentwicklungsgesellschaft mbH, Christina Biehl, über die Entwicklung und Perspektiven der Herbert Stephan KG, einer der traditionsreichsten Edelsteinmanufakturen der Region. Der Besuch bot einen umfassenden Einblick in ein Unternehmen, das seit fast 100 Jahren fest mit dem Namen Idar-Oberstein und der Edelsteinverarbeitung verbunden ist.
Gegründet wurde das Unternehmen 1932 von Herbert Stephan und seiner Frau Gertrud in der Hauptstraße in Oberstein. Dank eines ausgeprägten internationalen Netzwerks, insbesondere in die USA, entwickelte sich der Betrieb rasch zu einer erfolgreichen Edelsteinhandlung. 1957 eröffnete Sohn Klaus Stephan im Alter von nur 18 Jahren die erste Fabrik am heutigen Standort in Frauenberg. Schon früh setzte er auf die Verbindung regionaler Handwerkskunst mit selbstentwickelter Technologie zur industriellen Fertigung von Edelsteinen. Zwischen 1980 und 2010 trug fast jeder Absolvent einer amerikanischen Hochschule und Gewinner von US-Championships Ringe mit Edelsteinen aus dem Hause Stephan.
Seit 2013 wird das Familienunternehmen in dritter Generation von Bernd und Kathrin Stephan geführt. Beide lernten sich während ihres Studiums an der privaten Universität für Wirtschaft und Recht (EBS) in Oestrich-Winkel kennen. Unter ihrer Führung erfolgte eine strategische Neuausrichtung: Der Fokus verlagerte sich vom rückläufigen US-Schulringmarkt hin zur europäischen Luxusgüterindustrie. Parallel dazu wurden Ausbildung, moderne Unternehmensstrukturen sowie eine nachhaltige und transparente Lieferkette gezielt weiterentwickelt.
Heute beschäftigt die Herbert Stephan KG mehr als 250 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen aus unterschiedlichen Kulturen. Viele von ihnen sind bereits in zweiter oder dritter Generation im Unternehmen tätig. Dabei prägen internationale Fachkräfte das Arbeitsumfeld. Sprachförderung, Chancengleichheit und ein respektvolles Miteinander sind fester Bestandteil der Unternehmenskultur – von der Ausbildung bis in die Führungsebene.
Im Mittelpunkt des Firmenbesuchs stand stets die technologische Entwicklung. In den vergangenen 60 Jahren wurde die Edelsteinbearbeitung konsequent von handbetriebenen Maschinen auf hochmoderne, computergesteuerte Fertigung umgestellt. Unter anderem kommen CNC- und Ultraschallmaschinen, Laser- und Präzisionsgravuren sowie eigens entwickelte Anlagen zum Einsatz. Als Marktführer in der maschinellen Gravur von Edelsteinen fertigt das Unternehmen jährlich Hunderttausende Gravuren. Durch Rapid Prototyping können Designentwürfe direkt in Stein umgesetzt werden.
Das Sortiment umfasst rund 200 verschiedene Materialien, darunter natürliche Edel- und Halbedelsteine wie Achat, Amethyst, Lapis, Malachit oder Türkis. Ergänzt wird das Angebot durch synthetische Steine, die in ihren chemischen und physikalischen Eigenschaften natürlichen Vorbildern entsprechen.
Darüber hinaus fertigt das Unternehmen hochwertige Doubletten und Tripletten, bei denen verschiedene Natursteine zu einzigartigen Schmuckstücken kombiniert werden.
Neben der wirtschaftlichen Bedeutung spielt auch das regionale Engagement eine zentrale Rolle. Die Herbert Stephan KG arbeitet eng mit Berufs- und allgemeinbildenden Schulen zusammen, unterstützt Vereine und Initiativen und fördert das ehrenamtliche Engagement der Mitarbeiter durch besondere Freistellungen. Für die Geschäftsführung ist gesellschaftliches Engagement ein selbstverständlicher Teil unternehmerischer Verantwortung.
Zum Abschluss des Besuchs wurde der Blick in die Zukunft gerichtet. Mit den Neugründungen Stephan Gems und dem Gem-Atelier in Idar-Oberstein stehen bereits neue Projekte in den Startlöchern. Wo könnten diese Unternehmungen – für die noch Fachkräfte gesucht werden – besser gelingen als am Hotspot der Edelsteine, der Tradition, Innovation und internationale Strahlkraft vereint. „Mich hat besonders beeindruckt, mit welcher Leidenschaft und Weitsicht die Herbert Stephan KG diese Themen verbindet. Das Unternehmen steht für höchste handwerkliche Qualität, internationale Offenheit und eine starke Verantwortung für Mitarbeitende und Region und ist damit ein echtes Aushängeschild für unseren Wirtschaftsstandort“, resümiert Christina Biehl.


Schreiben Sie einen Kommentar