Ausrufen der Straußrede als Höhepunkt: Jugendliche blicken auf Geschehnisse im Dorf zurück
Von Gerhard Müller
■ Frauenberg. Die Frauenberger feiern in diesem Jahr am Samstag und Sonntag, 5. und 6. September, ihre 10. Lauretta-Kirb am Gemeindehaus in Frauebersch. Traditionell wird mit dem Fassanstich um 16 Uhr die Kirmes offiziell eröffnet und eine Stunde lang Bier zum Sonderpreis ausgeteilt. Neu in das Programm wurde ein Bier-Pong-Turnier, das ab 18 Uhr beginnt, aufgenommen. Für eine Startgebühr von 20 Euro (inklusive Becher, Bälle und Bier) können sich Zweierteams bei Pascal Schwarz unter Tel. 0151/72408283 anmelden. Jubiläums-Kirbe-Armbändchen werden wieder für 5 Euro zugunsten eines guten Zwecks angeboten. Ab 20 Uhr startet eine spezielle Malle-Party mit einigen Specials und Happy Hour von 22 bis 23 Uhr.
Der Sonntag beginnt um 10.30 Uhr mit dem Frühschoppen, zu dem bis 11.30 Uhr erneut Bier vom Fass zu einer Happy Hour angeboten wird. Ab 11.30 Uhr sind die Nahetalmusikanten mit ihrer volkstümlichen Blasmusik im Einsatz. Zum Mittagessen werden traditionell hausgemachte gefüllte Klöße mit Apfelmus und Soße serviert. Die Veranstalter bitten um entsprechende Vorbestellung bis spätesten zum 31. August (ab 17 Uhr) unter der Telefonnummer: 06787/1400. Abholer können erst ab 12.30 Uhr versorgt werden. Ab 13 Uhr wird ein Zauberer zu einer Show einige Ballonmodellage vorführen.
Mit dem Ausrufen der Straußrede steht ab 14 Uhr der Höhepunkt der Kirmes an. Unter dem Motto „Unsere Straußjugend ist zurück“ werden die etablierten Ausrufer gemeinsam mit vielen Jugendlichen Nachrückern mit viel Engagement dafür sorgen, dass diese schöne Tradition weiterlebt. In bunt gemischten Versen werden die Jugendlichen auf die Geschehnisse im Dorf zurückblicken. Ab 15 Uhr wird zur Kaffeezeit, wenn unter Regie der Turnerfrauen eine große Auswahl von selbst gebackenem Kuchen angeboten. Für die kleinen Besucher wird neben der Hüpfburg der Westricher Nahetalgemeinden auch eine Kinderbelustigung geboten. Die Gewinner einer Tombola werden gegen 16 Uhr bekannt gegeben. Danach wird die Jubiläumskirb ausklingen.
2026 feiern wir ein ganz besonderes Jubiläum: Bereits zum 10. Mal findet die Lauretta-Kirb am Gemeindehaus in Frauenberg statt! Gemeinsam möchten wir dieses Jubiläum am Samstag, 05.09., und Sonntag, 06.09.2026 mit euch feiern – natürlich mit einigen besonderen Jubiläums-Aktionen.
Besonders freut es uns, dass die Straußjugend zurück ist. Mit ihrem Engagement bereichert sie unsere Kirb und trägt dazu bei, diese schöne Tradition lebendig zu halten. Schaut dazu gerne auch auf unseren Social-Media-Kanälen vorbei.
Samstag, 05.09.2026
Los geht es um 16:00 Uhr mit dem traditionellen Fassanstich. Anschließend gibt es eine Stunde lang Bier zum vergünstigten Preis.
Den ganzen Tag über könnt ihr euch beim Bier-Pong oder Nageln messen. Neu in diesem Jahr ist unser Bier-Pong-Turnier, das um 18:00 Uhr startet. Gespielt wird in Zweierteams. Die Anmeldung erfolgt bei Pascal Schwarz (0151 7240 8283). Die Startgebühr beträgt 20 € und beinhaltet Becher, Bälle sowie das Bier.
Auch unsere Spendenaktion geht in die nächste Runde. Für 5 € könnt ihr unsere handgemachten Kirbe-Armbändchen im exklusiven Jubiläumsdesign erwerben. Der Erlös kommt einem guten Zweck zugute – das Spendenziel verraten wir euch direkt vor Ort.
Ab 20:00 Uhr steigt unsere große Malle-Party mit besonderen Getränke-Specials sowie einer Happy Hour von 22:00 bis 23:00 Uhr.
Natürlich ist auch für das leibliche Wohl bestens gesorgt: Freut euch auf eine leckere Brat- oder Mettwurst, Steak, Currywurst mit selbstgemachter Soße, Grillkäse und knusprige Pommes.
Sonntag, 06.09.2026
Der Sonntag beginnt um 10:30 Uhr mit dem traditionellen Frühschoppen. Auch hier gibt es eine Stunde lang Bier zum Sonderpreis.
Ab 11:30 Uhr sorgen die Nahetal-Musikanten mit ihrer Livemusik für beste Stimmung. Um 12:00 Uhr werden traditionell hausgemachte Gefüllte Klöße mit Soße und Apfelmus serviert. Vorbestellungen sind bei Familie Schwarz möglich (siehe Flyer). Selbstabholer können ihre Bestellung ab 12:30 Uhr abholen. Wer keine Klöße möchte, wird natürlich auch am Grillstand oder mit Pommes fündig.
Für unsere kleinen Gäste gibt es in diesem Jahr ein besonderes Jubiläumsprogramm: Neben der Kinderbelustigung begeistert ab 13:00 Uhr ein Zauberer mit seiner Show. Im Anschluss gibt es eine bunte Ballonmodellage und selbstverständlich steht auch wieder unsere Hüpfburg bereit.
Ein weiteres Highlight ist die traditionelle Frauenberger Straußrede, die gegen 14:00 Uhr beginnt und garantiert für viele Lacher sorgt.
Ab 15:00 Uhr erwartet euch ein großes Kaffee- und Kuchenbuffet unserer Turnerfrauen.
Natürlich darf auch unsere beliebte Tombola nicht fehlen. Lose gibt es an beiden Tagen für 1 € am Bier-Pilz. Die Ziehung der vielen attraktiven Preise findet am Sonntag um 16:00 Uhr statt. Weitere Informationen erhaltet ihr direkt an der Kirb.
Die IG Lauretta-Kirb freut sich auf zwei unvergessliche Jubiläumstage und auf viele Besucher. Kommt vorbei, feiert mit uns und lasst uns gemeinsam 10 Jahre Lauretta-Kirb gebührend feiern!
Euer Vorstand und die Straußjugend der IG Lauretta-Kirb
Die Ortsgemeinde Frauenberg sagt der Firma Stephan „Danke“
Die beiden Spielplätze in Frauenberg stellten sich in der Vergangenheit für den Bürgermeister, Karl-Heinz Thom, immer wieder zu einem finanziellen Problem dar. Jährlich wurden die Spielplätze durch Fachleute inspiziert und, nachdem sich auch wieder Vorschriften geändert hatten, neue Mängel festgestellt. Reparaturen konnten nicht zügig erledigt werden, weil Betriebe nicht verfügbar waren, die die Forderungen in kurzer Zeit umsetzen konnten. Auch der finanzielle Spielraum war nicht gegeben, weil im Haushalt der benötigte Betrag nicht vorzuhalten war.
2026 war das Ergebnis der Inspektion so, dass verschiedene Geräte als eine Gefahr für Leib und Leben der Kinder beschrieben wurden. Neben einer deutlichen Beschilderung und Veröffentlichung sollten zusätzlich Bauzäune errichtet werden, um den Zugang zu den Spielplätzen gänzlich abzuriegeln. Unter diesem Eindruck entschloss sich Thom, beide Spielplätze sofort vorübergehend zu sperren, unverzüglich eine Firma für die notwendigsten Reparaturen zu beauftragen, um Kindern und Eltern den Zugang baldmöglichst wieder zu öffnen.
Da die Mittel nicht eingeplant waren, wandte sich Thom als Bittsteller in der Not an die ortsansässige Firma Stephan zwecks einer finanziellen Spende. Frau Stephan war sofort bereit, 5000 € für die Sofortmaßnahmen auf den Spielplätzen zu überweisen. Der Gemeinderat signalisierte, dem Empfang der Spende bei der nächsten Sitzung zuzustimmen, sodass die nötigsten Maßnahmen umgesetzt werden konnten.
Nach wenigen Tagen waren erfreulicherweise die größten Mängel behoben, die Spielplätze wieder für Eltern und Kinder offen. Ein besonderer Dank gilt deshalb der Firma Stephan für die spontane Unterstützung der Ortsgemeinde. (Text und Fotos Karl-Heinz Thom)
FC Lauretta Frauenberg sucht nach plötzlicher, schwerer Erkrankung der Wirtin eine neue Lösung
Von Sascha Saueressig
■ Frauenberg. Ein Fahrradfahrer macht sich gerade wieder auf, während wenige Minuten später ein Jogger die Bahnhofstraße herunterkommt und für einen Zwischenstopp die Gaststätte ansteuert, um beim Verschnaufen aufzutanken. Auf dem benachbarten Parkplatz steht ein Dutzend Autos.
Ruhig und idyllisch liegt die Sportanlage des FC Lauretta Frauenberg im Nahetal zwischen Sonnenberg und Frauenberg. Dort betreibt der FC sein Sportlerheim als einzige Anlaufstätte, als Feierabendkneipe oder Festraum für Familien- und andere Feiern. „Früher hatten wir zusätzlich zu unserem Vereinsheim zwei Gasthäuser bei uns im Ort und eines in Sonnenberg“, berichtet Andreas Schwarz, der Vorsitzende des FC Lauretta. Doch inzwischen weisen nur noch die alten Schilder auf inzwischen geschlossene Etablissements hin.
„Bis 2006 haben wir das Vereinsheim in Eigenregie betrieben, aber danach verpachtet“, schildert Schwarz. 2015 habe die Vereinsführung nach dem Verkauf der wenige Hundert Meter entfernten Gaststätte „Zur Burg“ entschieden, die dortige Pächterin anzustellen. Und diese betrieb die Wirtschaft im Nahetal bis vor wenigen Wochen. Dann gab es einen plötzlichen und harten Einschnitt: Die bisherige Wirtin kollabierte in der Vereinsgaststätte und ist seither in medizinischer Versorgung stationär im Westerwald. „Das sieht nicht gut aus. Und wir waren alle entsetzt und tiefst betroffen“, schildert Schwarz. Und während man im 140 Mitglieder zählenden Verein mit der Familie mitfühlt und diese auch unterstützt, stellt sich die Frage, wie es im Sportlerheim weitergehen kann und soll?
Denn die Gaststätte ist nicht nur für die Mitglieder, sondern auch für die Bürger aus Frauenberg und Sonnenberg ein zentraler Anlaufpunkt. Doch es gibt keinen Spielbetrieb der Fußballer mehr. Steppaerobic und Gymnastikdamen sind im Bürgerhaus in ihren Übungsstunden und nur die E-Dart-Spieler des Clubs Galaxy kommen zum Training und für ihre Spiele ins Vereinsheim. Dennoch verständigte man sich im Vorstand zügig, ab Juli an drei Tagen unter der Woche abends von 17 Uhr an zu öffnen. Dazu wurde auch noch ein Sonntag geöffnet und die Dartspieler des Clubs Galaxy sollen an ihren Spieltagen samstags ebenfalls öffnen. Und dies wird angenommen. Am Tisch neben dem Eingang sitzen ein knappes Dutzend Gäste.
Parallel läuft die Suche nach einem neuen Pächter. „Wir sind uns klar, dass wir so eine Wirtin nicht mehr finden werden“, sagt Schwarz.
Aber das Vereinsheim ist als Veranstaltungsort, neben dem großzügigen Gastraum mit fünf großen Tischen und einer Küche für die Zubereitung von Speisen auch mit zwei Grillstationen, einem Kühlraum und einem ins Freie zu öffnenden Nebenraum mit Platz für mehr als 50 Gäste auch für größere Feste geeignet. „Wir haben immer wieder Feste wie Konfirmationen. Gerade am letzten Wochenende hatten wir eine große Geburtstagsfeier“, sagt Schwarz.
Das haben sie mit einigen Helfern aus dem Vorstand gestemmt. Aber schon jetzt ist klar, dass die 20 Freiwilligen den Gaststättenbetrieb nicht dauerhaft stemmen können. „Ich helfe, seit ich 16 war. Damals hatten die Fußballer immer zwei Wochen lang im Training und an den Spieltagen Dienst“, erinnert sich Schwarz. In den Hochzeiten der 1970er bis 90er-Jahre habe man alljährlich ein Wirteessen für die Helfer ausgerichtet, bei dem bis zu 150 Vereinsmitglieder und deren Angehörige teilnahmen.
Er ist der vierte Vorsitzende des FC seit 1953 und schon 20 Jahre an der Vereinsspitze. „Wir wollen das Vereinsheim auf jeden Fall weiter betreiben, aber suchen einen Pächter, der hier vielleicht auch etwas aufbauen will“, schildert er. Allein um das idyllische Gelände, über das täglich noch die Mähroboter laufen, um den Rasen kurzzuhalten, erhalten zu können. Denn aktuell sind es vor allem viele Nilgänse, die die Ruhe des Nahetals für sich nutzen.
⨁Interessenten können sich bei Andreas Schwarz per E-Mail an
Ortsbürgermeister Karl-Heinz Thom (links) im Gespräch, während Lauretta-Vorsitzender Andreas Schwarz hinter der Theke steht.Das Außengelände wird weiter gepflegt, auch wenn schon seit zwei Jahren kein Ball mehr über den Rasen rollt.Der Dartclub Galaxy trainiert regelmäßig im Vereinsheim des FC Lauretta und trägt dort auch seine Meisterschaftsspiele aus.
Die Frauen der Frauenhilfe Frauenberg hatten sich auch in diesem Jahr die wunderschöne Anlage des Verschönerungsvereins Hammerstein für ihre Abschlussveranstaltung ausgesucht.
23 Frauen waren schließlich in bester Laune versammelt, von denen allerdings nur fünf trotz des heißen Wetters tapfer den Weg nach Hammerstein zu Fuß gewagt hatten.
Wieder wurden sie bestens von den fleißigen Händen der Theken- und Grill-Mannschaft des Verschönerungsvereins versorgt und konnten den Abend bis nach Sonnenuntergang genießen. (Text und Fotos Rita Eckert)
Auch in diesem Jahr konnten die Turnerfrauen ihren Sommer-Abschluss genießen. Das schöne Wetter und die nicht zu heißen Temperaturen trugen zur guten Stimmung bei. An Gesprächsstoff mangelte es auch nicht.
Klaus Tzschoppe und Gerd Kappel hatten sich dankenswerterweise wieder bereit erklärt, das Grillen zu übernehmen.
Lieber Leser, liebe Leserin, ich schreibe über Schmerz und verwandele ihn durch Sprache in Bedeutung. Manchmal müssen wir den Schmerz nicht betäuben, sondern mutig ansehen, um ihn zu verstehen und das Erlebte zu integrieren. Für mich bedeutet Schreiben genau das: Transformation. Das Verwandeln von Leere, Angst und Selbstzweifeln in Worte, die Halt geben. Verglühter Schmerz ist eine Einladung an Dich, diese Brücke von Verzweiflung und Hoffnung zu betreten. Als Pädagogin und Autorin weiß ich, wie schwer es ist, für diese Gefühle die richtigen Worte zu finden. Genau deshalb habe ich dieses Buch geschrieben: um Schmerz eine Stimme zu geben. Ab sofort gibt es Verglühter Schmerz auch als Ebook.
Alena Naab, Autorin für tiefgründige Literatur und Pädagogin. Mehr Infos unter: alenasbuecher.de
Mittwoch, 1. Juli 2026, Nahe-Zeitung / Lokales Seite 22
Die Geschichte der streitbaren Loretta
Von Gerhard Müller
Überzeugend und ausdrucksstark brachte Prof. Dr. Nina Gallion die Geschichte der streitbaren Gräfin Loretta von Sponheim rüber und machte so die Geschichte lebendig.
Geschichtsprofessorin Nina Gallion erzählt über die Hintergründe der Sponheimer Regentin im 14. Jahrhundert
Frauenberg. Das Leben der streitbaren Gräfin Loretta von Sponheim interessiert offensichtlich die Menschen der Region. Die 64 bereitgestellten Stühle mussten kurzerhand um 20 Plätze erweitert werden, so groß war trotz brütender Hitze das Interesse an dem Vortrag von Professorin Nina Gallion. „Mit so viel Zuspruch hatten wir nicht gerechnet“ – Ortsbürgermeister Karl Heinz Thom konnte neben der Referentin Gallion auch Landrat Miroslaw Kowalsi und den Leiter des Landesmuseums in Birkenfeld, Hisso von Selle, im voll besetzten Gemeindehaus begrüßen. Der Vortrag wurde von der Direktion Burgen Schlösser, Altertümer, die unter dem Dach der GDKE (Generaldirektion Kulturelles Erbe) angesiedelt ist, organisiert. GDKE-Vize Florian Hasenknopf übernahm die Vorstellung von Gallion, die als Expertin für spätmittelalterliche Geschichte viele Fachbücher zum späten Mittelalter veröffentlicht hat und an der Uni in Mainz Vorlesungen hält.
In ihrem Vortrag umschrieb die Geschichtsprofessorin die gesamte Biografie der streitbaren Gräfin Loretta von Sponheim und wie sie es schaffte, als Frau die territoriale Herrschaft im 14. Jahrhundert zu behaupten.
Über ihre Kindheit ist wenig vermerkt, man weiß nicht mal, wann sie genau geboren wurde – es war wohl irgendwann vor 1300. Sicher ist dagegen, dass sie in jungen Jahren anno 1312 Graf Heinrich von Sponheim geheiratet hatte.
In dieser Zeit war der Hochadel sehr darauf bedacht, dass durch Heirat ihrer Nachkommen die territoriale Herrschaft möglichst ausgebaut wurde. Als Lorettas Ehemann Heinrich überraschend 1323 mit knapp 30 Jahren starb, übernahm Loretta mit ihren drei unmündigen Kindern die Herrschaft. In der Männerdomäne musste sie akzeptiert werden. Mit Entschlossenheit kämpfte sie zunächst gegen die Landflucht im Innern und hatte ihre territorialen Grenzen gegen die angesiedelten Burgen der näheren Umgebung zu verteidigen.
Als besonderer und übermächtiger Gegner sei Erzbischof und Kurfürst zu Trier Balduin genannt. Er spielte eine wichtige Rolle bei der Sicherung der Macht im Heiligen Römischen Reich und erweiterte seinen Einfluss stetig. Loretta kidnappte ihn an der Mosel und inhaftierte ihn auf der als uneinnehmbar geltenden Starkenburg. Zu den Verhandlungen, um die Freigabe von Balduin zu erlangen, war sogar König Johann von Böhmen persönlich zur Starkenburg angereist. Loretta stellte sich als knallharte Verhandlungsführerin dar und erhielt von Balduin nicht nur Lösegeld, sondern auch einen Verzicht, die hintersponheimischen Burgen anzugreifen. Sie erreichte auch, dass sich Balduin beim Papst in Avignon einsetzte, dass der über sie ausgesprochene Kirchenbann wieder aufgehoben wurde. Dazu musste sie selbst zum Papst nach Avignon reisen und erreichte tatsächlich, dass der Bann gegen leichte Auflagen wieder aufgehoben wurde. Es war schon eine komplexe Aufgabe, Tag für Tag ihre Herrschaft zu sichern. Loretta gelang dies als Regentin durch entschlossenes Handeln, mit politischer Klugheit und einem sehr guten Netzwerk. Eine klare Absage erteilte die Referentin der weit verbreiteten Theorie, dass die Frauenburg aus dem erpressten Lösegeld von Balduin gebaut worden sei. Somit bestätigte sie die These des Frauenberger Geschichtstammtischs, das eine Burg in dieser Größenordnung in so kurzer Zeit nicht erbaut werden konnte.
Der Geschichtsprofessorin gelang es in ihrem rund einstündigen Vortrag, dass die Gäste sich gut in die 700-jährige Vergangenheit einfinden konnten. „Man konnte sich quasi das harte Leben der Loretta vor Augen führen, sie hat die Geschichte lebendig gemacht“, analysierte ein Besucher, wie er den Vortrag wahrgenommen hatte. Auch Landrat Kowalski gefiel der Vortrag, er lud die Professorin zu einem Vortrag nach Birkenfeld oder Herrstein ein. Abschließend beantwortete die Referentin einige Fragen aus dem Publikum und merkte an, zu einem weiteren Vortrag erneut die Region besuchen zu wollen.
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