Donnerstag, 18. Juni 2026, Nahe-Zeitung / Lokales
Die starke und streitbare Gräfin Loretta von Sponheim
Von Gerhard Müller

Die Herrscherin der Frauenburg, Gräfin Loretta von Sponheim, wird in einem Vortrag von Professorin Nina Gallion ins Licht der Öffentlichkeit gerückt. Foto: Gerhard Müller
Vortrag in Frauenberg befasst sich mit dem Thema weibliche Herrschaft auf Burgen
Frauenberg. Unter dem Titel „Mit Schleier und Schwert“ macht die Generaldirektion Kulturelles (GDKE) Erbe in Frauenberg Station. Bei diesem Vortrag wird das Thema weibliche Herrschaft auf Burgen vertieft. Zur Vorgeschichte sei gesagt, dass seit dem Jahr 2023 die Burgruine in Frauenberg zur regelmäßigen Inspektion besucht wird, 2023 unter Führung der Chefin der GDKE, Angela Kaiser-Lahme.
Sinn und Zweck der Inspektion ist immer die Begutachtung des Bau- und Pflegezustandes der Anlage. In einem Vertrag aus dem Jahr 2016 sind dazu einige Verantwortlichkeiten und Pflichten auf die Gemeinde Frauenberg übertragen worden. Der Verschönerungsverein von Frauenberg hat sich dankenswerterweise der Pflege der historischen Anlage angenommen. In einer gemütlichen Runde im Hause des Bürgermeisters Karl-Heinz Thom wurde danach das Ergebnis der Besichtigung besprochen und über die historischen Hintergründe diskutiert.
Dabei hat Achim Bechtel als ausgewiesener Kenner der Burg einiges dazu beigetragen, was Kaiser-Lahme zu der Idee führte, vor Ort einen Vortrag zu organisieren. Zunächst tat sich nichts, sodass der Bürgermeister zweifelte, ob die Veranstaltung überhaupt stattfinden würde. Nachdem dann im Frühjahr 2024 erste Informationen ausgetauscht wurden, kam Bewegung in die Angelegenheit. Mit Frau Zirngibl, der Verantwortlichen für Veranstaltungen auf den Burgen und Schlössern wurde ein Vertrag geschlossen. Professorin Nina Gallion, eine ausgewiesene und mit verschiedenen Auszeichnungen gelobte Expertin der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, besonders kenntnisreich über die Territorialgeschichte des Erzbistums Mainz in Verbindung mit der Reichsgeschichte im Mittelalter, wird diesen Vortrag halten.
Sie ist durch mehrere Bücher, zahlreichen Veröffentlichungen und in den Medien sehr bekannt und forscht weiterhin zur Entwicklung von Städten und zur Geschlechtergeschichte im Mittelalter. Nina Gallion nimmt die streitbare und starke Gräfin Loretta von Sponheim und die territoriale Behauptung ihrer Herrschaft im 14. Jahrhundert in Frauenberg unter die Lupe. Der Vortrag unter dem Titel „Weibliche Herrschaft“ findet am Mittwoch, 24. Juni, ab 19 Uhr im Gemeindehaus in Frauenberg statt. Wenige Tage zuvor lädt Alina Naab zu einer Lesung ebenfalls ins Frauenberger Gemeindehaus ein: Von 18 bis 20 Uhr wird sie am Samstag, 20. Juni, gleich zwei Bücher vorstellen. An diesem Abend öffnen sich die Türen zu zwei Welten, die unterschiedlicher nicht sein könnten und doch dieselbe Frage stellen, beschreibt Alina Naab ihre Bücher. Dabei wird zunächst der Roman „Verglühter Schmerz, wenn das Leben Error schreit“ vorgestellt. Im zweiten Teil erhalten die Gäste einen Einblick in ein unveröffentlichtes Herzensprojekt. Mit dem Titel „Das Haus am Ellerbach“ geht es um eine historische Erzählung, die im Jahre 1250 im Dorf Frauenberg spielt. Es soll Licht in die Frage bringen, wie die Menschen damals lebten.









Fotos: Gerhard Müller


