Frauenberg / Nahe

Licht und Glockenklänge für den Friedhof

Dienstag, 18. Juni 2024, Nahe-Zeitung, Seite 19

Licht und Glockenklänge für den Friedhof

Neue Lampen werden in der Friedhofshalle installiert, und die Glocke im Turm soll durch einen regelmäßigen Service wieder ihre ihr zugedachten Funktionen erfüllen. Foto: Gerhard Müller

Harvester setzt den Frauenberger Waldwegen zu – Ortsbürgermeister will wegen Problemen nachhaken

Frauenberg. Die letzte Sitzung des Gemeinderats Frauenberg in der zu Ende gehenden Legislaturperiode begann mit einer Gedenkminute für den jüngst verstorbenen Altbürgermeister Dirk Schröter. Anschließend befassten sich die Ratsmitglieder mit der Erneuerung der Beleuchtung an der Friedhofshalle.

Ortsbürgermeister Karlheinz Thom erläuterte, dass die derzeitige Beleuchtung an der Friedhofshalle defekt und nicht mehr zu reparieren sei. Daher beschloss der Rat den Kauf und Einbau neuer Lampen zum Angebotspreis von knapp 880 Euro. Weiterhin entschied der Rat einstimmig, die Pachtverträge in Bezug auf Pachtzins und Laufzeit in der Ringstraße zu vereinheitlichen.

Ärger mit der Forstverwaltung

In einem weiteren Punkt informierte der Ortsbürgermeister über eine Begehung im Gemeindeforst mit Försterin Eickhoff. Dabei sei es um den Zustand des Gemeindewaldes und der Wirtschaftswege gegangen. Darüber hinaus habe er mit Eickhoff geplante Maßnahmen erörtert. Thom beklagte in dem Gespräch den Zustand der Wege nach den Fällarbeiten mit dem Harvester sowie durch die Abfuhr der gefällten Bäume mit Schwerlasttransporten. Thom erläuterte, dass man vereinbart habe, seitens der Gemeinde Kontakt mit dem zuständigen Forstdienst aufzunehmen und die notwendigen Reparaturen einzufordern.

Der Ortsbürgermeister beklagte zudem den Zustand der Kreisstraße 12 durch den Birkenwald. Im Rahmen einer Streckenbesichtigung soll über mögliche Maßnahmen gesprochen werden. Thom berichtete auch über die Kosten der Mäharbeiten, die bis Sitzungstermin auf 6878 Euro angewachsen waren, und versprach, die weiteren Maßnahmen kritisch zu begleiten.

In der Bahnhofstraße gibt es Probleme mit der Abwasserableitung. Der Bürgermeister schilderte die technischen Schwierigkeiten mit dem veralteten Pumpensystem, das immer öfter einen Überlauf über die Straße verursacht. Die Verwaltung habe Abhilfe versprochen. Im Werksausschuss wurde bereits Ende April ein Auftrag für eine Ersatzbeschaffung der Pumpstation in Auftrag gegeben.

Neuer Wartungsvertrag für Glocke

Immer wieder ist in diesem Jahr auch die Glocke am Friedhof ausgefallen, berichtete Karlheinz Thom dem Rat. Als Ursache habe man als wesentlich den fehlenden regelmäßigen Service des Uhrwerks ausgemacht. Das soll nun mit einem Servicevertrag behoben werden. Thom berichtete weiterhin, dass er in Abstimmung mit der VG-Verwaltung vorgesehen habe, die erste Sitzung des neuen Gemeinderates als konstituierende Sitzung am 1. Juli um 18 Uhr anzusetzen. Dann soll der alte Gemeinderat verabschiedet und die neuen Mitglieder begrüßt und ernannt werden. gmü

Rund um die Frauenburg

Frauenburg, Bild: Patrick Kielburger

Die Aufsätze von Joachim Bechtel zur Geschichte der Frauenburg können unter folgenden Links als PDF heruntergeladen werden:

Die Ritter von Schwarzenberg
Die Entstehung des Burghauses im Tal zu Frauenberg
Die Frauenburg mit Zubehör
Gemeindeglocke Frauenberg
Neu: Urkundliche Nennungen von „Haus“ oder „Burg und Schloss“ Frauenberg

Dieser Beitrag vom 04.09.23 wurde zuletzt am 17.06.24 erweitert.

Historische Parallelen an der Blies erfahren

Freitag, 14. Juni 2024, Nahe-Zeitung, Seite 23

Zum Teil in mittelalterlichen Gewändern wurden die Frauenberger von der Nahe von den Frauenbergern an der Blies empfangen. Im Vordergrund: Peter Schütz, der den Gästen gleich zwei spannende Führungen bot. Foto: Achim Bechtel

Von Gerhard Müller

Gegenbesuch: 22 Frauenberger reisten in den gleichnamigen Ort in Lothringen

Frauenberg. Eine Gruppe von 22 Frauenbergern hat sich in einem Reisebus von der Nahe zu einem Gegenbesuch in das französische Frauenberg an der Blies aufgemacht. Dort informierte man sich ausführlich über die Geschichte der französischen Gemeinde.

Nach gut 90 Minuten und 100 Kilometern war man im gleichnamigen Ort angekommen. Peter Schütz und Vertreter der Gemeindeverwaltung empfingen, zum Teil in mittelalterlichen Gewändern, ihre Gäste mit Croissants und Kaffee. Nach der Stärkung bekamen die angereisten Frauenberger den alten Ortskern der 600 Einwohner zählenden Gemeinde gezeigt.

Besonders interessant waren das alte Zollhaus und die Brücke, die die Grenze zum deutschen Habkirchen und dem französischen Frauenberg bildet. Auf beiden Teilen der Brücke findet jährlich das Brückenfest statt, das sich sowohl bei den Franzosen als auch den Deutschen größter Beliebtheit erfreut.

Peter Schütz erklärte die Geschichte seiner Frauenburg, die durchaus einige Parallelen zur Frauenburg an der Nahe aufweist. Mitte des 14. Jahrhunderts gingen die Ländereien von Frawenburg durch Hochzeit von der Grafschaft Saarbrücken an Arnould V. von Sierck über. Um die Handelsroute zwischen Flandern und der Lombardei zu schützen, errichten die Herren von Sierck eine Burg. Die erste Erwähnung aus dem Jahr 1370 beschreibt die Burg mit einem an das Hauptgebäude angebauten Wachturm. Nach dem Tod von Arbold VI. ging die Herrschaft an die Grafen von Liningen. Durch ständige Konflikte im 17. Jahrhundert wurde die Burg mehrmals beschädigt, repariert und wieder aufgebaut. Während der Wirren des 30-jährigen Krieges wurde die Burg von den Schweden eingenommen.

1686 vermachte Herzog von Württemberg das einstige Meiergut an Sebastien Thomin. Ritter Jean Daniel Merlin erwarb im selben Jahr die Burg und baute den östlichen Teil des Schlosses im Barockstil wieder auf. Ein Brand zerstörte 1786 das Gebäude teilweise, und die Revolution führte zum Niedergang des Schlosses und seiner endgültigen Aufgabe ab 1793. 1921 wird die Ruine unter Denkmalschutz gestellt. Von 1958 bis 1959 wurde der Turm teilweise wiederaufgebaut. Im Laufe der Zeit wurden im Innern der Burg ein Frauenhaus, ein Herrenhaus und ein Haus für einen Vogt errichtet.

Nach dem ausführlichen Einblick in die Geschichte waren die Gäste zu Wein, Bier, Ingwertee, Käse und Grillwürstchen eingeladen. Da der Europäische Kulturpark wegen Hochwasser gesperrt war, musste eine Alternative her. So ging es am frühen Nachmittag nach Saargemünd, wo Peter Schütz den Gästen erneut eine Führung gewährte. Von Saargemünd traten die Frauenberger ihre Heimreise an, wo auf sie im Sportlerheim ein Schnitzelbüfett wartete.

 

Der Breitbandausbau war ihm ein Herzensanliegen

Der Breitbandausbau war ihm ein Herzensanliegen
Dirk Schröter ist unerwartet verstorben. Foto: Gerhard Müller (Archiv)
Ehemaliger Ortsbürgermeister von Frauenberg, Dirk Schröter, verstorben
Frauenberg. In der vergangenen Woche verstarb völlig unerwartet der ehemalige Ortsbürgermeister von Frauenberg, Dirk Schröter. Als junger Soldat lernte Schröter 1962 Baumholder bereits kennen, wo er ab 1966 im Lager Wilhelmswald stationiert war. Obwohl der gebürtige Oberschlesier zwischen 1970 und 1980 in Hermeskeil, Kusel und Idar-Oberstein als Berufssoldat eingesetzt war, konnte er durch seine zahlreichen Umzüge nicht richtig sesshaft werden. Von 1990 an war Oberstleutnant Schröter Inspektionschef der Raketenstation MARS am Rilchenberg und trat 2002 nach 40 Dienstjahren bei den Streitkräften in den Ruhestand. Im selben Jahr kaufte er mit seiner Ehefrau ein Haus in Frauenberg.
Bereits mit 27 Jahren trat Schröter in die CDU ein. Bedingt durch seine siebenmaligen Versetzungen bewarb er sich erst 1994 für ein Mandat auf einem hinteren Listenplatz im VG-Rat. Am 30. September 1999 rückte er nach und übernahm bereits ein Jahr später den Fraktionsvorsitz. Mit seinen sachlichen und fundierten Redebeiträgen erwarb er Anerkennung über die Parteigrenzen hinaus. Nur bedingt schlug sich dies im Wahlergebnis nieder, dennoch wählte ihn der VG-Rat am 2. September 2004 zum Ersten Beigeordneten und Stellvertreter des damaligen VG-Bürgermeisters Volkmar Pees.
„Wir brauchen eine Ideenfabrik“, warb er für enge Zusammenarbeit zu Beginn der Legislaturperiode, die am 16. Juli 2009 endete. Dem Frauenberger Rat gehörte Dirk Schröter vom 5. Juli 2004 bis zum 16. Januar 2012 an und war vom 16. Januar 2012 bis 12. August 2019 Bürgermeister der Ortsgemeinde Frauenberg. Das schnelle Internet nach Frauenberg zu bekommen, war eines der Hauptanliegen von Schröter. Zusammen mit seinem Nachfolger Patrick Kielburger gelang es im fünften Förderantrag, den Bedarf für den Breitbandanschluss nachzuweisen.
Die Anlegung der Traumschleife Gräfin Lauretta mit der Kaiserallee, die im Mai 2011 offiziell eingeweiht wurde, war eine Herzensangelegenheit des Verstorbenen. Aber auch die Sanierungsarbeiten auf der Frauenburg und die Ausgrabungen auf dem Nahekopf hat der geschichtsinteressierte Schröter intensiv begleitet. Viele Jahre war Schröter auch der evangelischen Kirche eng verbunden. Bereits zu seiner Zeit in Idar-Oberstein war er von 1979 bis 1987 Presbyter in der Kirchengemeinde Idar. Nach seinem Hauskauf in Frauenberg war er zwölf Jahre lang in der Evangelischen Kirchengemeinde Frauenberg engagiert.
Am 29. Mai 2005 schlug ihn das Presbyterium in Reichenbach als Prädikantenanwärter vor. Nach einer zweijährigen Ausbildung führte ihn am 19. August 2007 Superintendant Gerhard Köppke im Ordinationsgottesdienst in der Reichenbacher Kirche als Prädikant ein. Schröter sah sein Wirken als Entlastung für die Pfarrer an. Er war berechtigt, im Talar kirchliche Handlungen wie Abendmahl, Trauungen oder Beerdigungen vorzunehmen. Gerhard Müller