Helfer finden erfreulich wenig Müll

Mittwoch, 29. März 2023, Nahe-Zeitung, Seite 17

Helfer finden erfreulich wenig Müll

Frauenberg. Fast 30 Helfer, darunter auch einige Kinder, beteiligten sich am Frauenberger Umweltschutztag. Unter der Schirmherrschaft der Ortsgemeinde und der Federführung des Angelvereins waren Mitglieder aller Ortsvereine sowie die Jagdpächter an der Sammelaktion beteiligt. Obwohl durch die Corona-Pandemie drei Jahre lang kein Umweltschutztag veranstaltet werden konnte, hatte sich der aufgesammelte Müll reduziert: Die freiwilligen Helfer lasen weniger als drei Kubikmeter Abfall auf, der gleich auf einen bereitgestellten Container gekippt wurde. Wenig Müll fanden die Helfer entlang der Lauretta-Traumschleife, und entlang der Nahe wurde so gut wie nichts gefunden. Offensichtlich hat sich das Umweltbewusstsein stärker durchgesetzt, als dies in den Jahren vor Corona der Fall war. Nach getaner Arbeit lud die Gemeinde die Helfer noch zu einem kleinen Imbiss ein. gmü Foto: Gerhard Müller

Arbeiten verzögern sich weiter

Samstag, 25. März 2023, Nahe-Zeitung, Seite 14

Arbeiten verzögern sich weiter

An eine Überquerung der Nahebrücke ist auch für Rettungsfahrzeuge gegenwärtig nicht zu denken. Ein großer Berg Sand und ein Bagger machen dies unmöglich. Bis Ende April dauern die Arbeiten noch. Foto Gerhard Müller

Nahebrücke: LBM verlängert Sperrung zum fünften Mal – Asphalteinbau ist nun für Mitte April geplant

 

Sonnenberg-Winnenberg/Frauenberg. Mittlerweile sind die Mitte Oktober begonnenen Arbeiten an der Nahebrücke wieder angelaufen. Doch der vom Landesbetrieb Mobilität (LBM) als „ungünstigst anzunehmender Fertigstellungstermin“ bezeichnete Abschluss für die Asphaltierung bis zum 30. März kann nicht eingehalten werden.

In einem Schreiben an Sonnenbergs Ortsbürgermeister Frank Robbert und Frauenbergs Ersten Beigeordneten, Karl-Heinz Thom, teilte der LBM mit, dass sich die Freigabe der Brücke erneut verzögern werde. Die Vollsperrung wird um fast drei Wochen bis zum Montag, 17. April, verlängert. Dann soll die Brücke wieder befahrbar sein.

Nach einem der NZ vorliegenden Zeitplan der Firma Avantis wurde bis zum 22. März die Abdichtung auf der Brücke vorgenommen. Sechs Tage hat die Firma veranschlagt, um eine Treppe herzustellen. Danach soll bis zum 30. März eine Schutzschicht aus Gussasphalt aufgetragen werden. Anschließend plant die Firma, bis Dienstag, 11. April, in neun Tagen der Kappen inklusive des Geländers Instand zu setzen.

Dann ist bis Samstag, 15. April, der Einbau der Asphaltdeckschicht geplant. Die Firma weist in ihrem Zeitplan darauf hin, dass die Walzarbeiten der frischen Asphaltdecke nur an einem Wochenende durchgeführt werden können, da werktags die Zufahrt zur Firma Herbert Stephan KG gewährleistet werden muss. Dies bedeutet, dass die Straße frühestens am Montag, 17. April, freigegeben wird.

Für die Restarbeiten, die im laufenden Verkehr durchgeführt werden können, wurden nochmals zehn Tage veranschlagt. Die Firma Avantis bittet aber um Verständnis dafür, dass die Vollsperrung aus organisatorischen Gründen nochmals bis zum 30. April verlängert werden soll. Die Restarbeiten will man aber möglichst schneller erledigen. In diesem Zeitraum ist die Brücke nicht für Rettungsfahrzeuge befahrbar. Das mit 400 000 Euro veranschlagte Projekt sollte ursprünglich innerhalb von sechs Wochen abgeschlossen werden. Aus sechs Wochen wurden nun sechs Monate, und der Unmut der Bevölkerung wächst ins Unermessliche. gmü

Evangelische Kirchengemeinde Westrich-Nahe

Ab 1.1.2023 haben die Kirchengemeinden Baumholder, Berschweiler und Reichenbach fusioniert. Neben dem zentralen Ort Baumholder mit Kirche und integriertem Gemeindehaus, Pfarrhaus und integriertem Gemeindebüro, unterhält die Kirchengemeinde auch in unmittelbarer Nachbarschaft einen Kindergarten. Zur Kirchengemeinde Westrich-Nahe gehören die Kirchen in Berglangenbach, Berschweiler, ebenfalls mit Kindergarten, Eckersweiler, Fohren-Linden, Frauenberg, Hahnweiler, Hammerstein, Heimbach, Leitzweiler, Mettweiler, Reichenbach, Rohrbach, Rückweiler, Ruschberg und dem Ort saarländischen Ort Freisen. Unterstützung erfährt Pfarrer Zill durch Pfarrer Christoph Engels aus Berschweiler, Prädikantin Sabine Knieling und Prädikant Dirk Schröter.

Unser Büro in Baumholder ist Montag bis Freitag von 8 bis 12 Uhr besetzt. Telefon: 06783-2148

Unser Büro in Reichenbach ist Dienstag und Donnerstag von 8.30 Uhr bis 13.30 Uhr besetzt. Telefon: 06783-4409

Unsere neue Mailadresse lautet: westrich-nahe@ekir.de

 

Arbeiten an Nahebrücke gehen weiter

Mittwoch, 15. März 2023, Nahe-Zeitung, Seite 18

Arbeiten an Nahebrücke gehen weiter

Am Montag haben die Arbeiten an der Nahebrücke zwischen Frauenberg und Sonnenberg wieder begonnen. Wenn die Temperaturen stabil bei 5 bis 7 Grad bleiben, soll in der kommenden Woche asphaltiert werden. Foto: Gerhard Müller

Asphaltierung in der nächsten Woche geplant

Frauenberg/Sonnenberg. Die Firma Avantis hat die Bauarbeiten an der Nahebrücke wieder aufgenommen. Gegenwärtig wird ein unterhalb der Brücke verlegtes Kabel demontiert. Bevor allerdings die Fahrbahn endgültig asphaltiert werden kann, muss die über die Wintermonate stark beschädigte Dichtungsschicht erneuert werden. Um eine neue Dichtungsschicht aufzutragen, benötigt die Firma zwei Tage. Allerdings muss die Witterung dafür passen, es muss tagsüber trocken und nachts frostfrei sein. Mit Blick auf die Wetterprognosen könnte dies am Mittwoch und Donnerstag dieser Woche der Fall sein.

Sollten diese Vorarbeiten tatsächlich ausgeführt werden können, sind für die kommende Woche dann die Asphaltierungsarbeiten geplant. Doch auch diese sind an die entsprechenden Vorrausetzungen geknüpft, dass die Temperatur stabil mindestens 5 bis 7 Grad erreicht und es trocken bleibt, wenn der Asphaltfertiger zum Einsatz kommt. gmü

Bürgermeisterkandidat für Frauenberg gesucht

Freitag, 10. März 2023, Nahe-Zeitung, Seite 18

Bürgermeisterkandidat für Frauenberg gesucht

Von Gerhard Müller

Karl-Heinz Thom führt die Geschäfte in Frauenberg und kann sich eine Wahl durch den Gemeinderat durchaus vorstellen. Foto: Gerhard Müller

Karl Heinz Thom hat die Amtsgeschäfte vertretungsweise von Patrick Kielburger übernommen – Bewerbungsfrist läuft noch

Frauenberg. Am 1. März hat der Erste Beigeordnete der Ortsgemeinde Frauenberg, Karl-Heinz Thom, die Amtsgeschäfte des aus gesundheitlichen Gründen zurückgetretenen Ortsbürgermeisters Patrick Kielburger übernommen. Karl-Heinz Thom ist verheiratet und feiert in diesem Jahr mit seiner Ehefrau Beate Goldene Hochzeit. Das Ehepaar hat eine Tochter und drei Enkelkinder.

Thom leitet die Geschäfte zumindest bis zur Wahl eines Nachfolgers, sofern sich für die Urwahl am Sonntag, 21. Mai, Kandidaten finden. Die Amtsperiode läuft dann noch bis zum Ende der Legislaturperiode im Sommer 2024. Noch bis zum Montag, 3. April, können sich Bewerber melden. Thom wird dies nicht tun. Wenn bis 18 Uhr am Montagabend zum Ende der Bewerbungsfrist keine Wahlvorschläge eingehen, wird die Wahl eines Ortsbürgermeisters wieder auf der Tagesordnung des Gemeinderates erscheinen.

Thoms Wunsch ist es, dass ein Jüngerer mit neuen Ideen das Amt des Ortsbürgermeisters übernimmt. Doch wenn dies nicht der Fall sein sollte, ist der 73-Jährige bereit, die Dienstgeschäfte des Ortsbürgermeisters zu übernehmen und dann im Gemeinderat zur Wahl des Ortsbürgermeisters zu kandidieren.

Was ab Sommer 2024 passiert, ist derzeit noch völlig offen. Thom selbst schließt eine Kandidatur für eine komplette Wahlperiode von 2024 bis 2029 für sich aus. Dass er zusammen mit seiner Ehefrau seinen 95-jährigen Vater und seine 93-jährige Schwiegermutter von Freitag bis Sonntag im Saarland betreut, nennt er als Hinderungsgrund. Das ist den anderen Ratsmitgliedern aber bekannt.

Thom bezeichnet sich selbst als Saarfranzose, da er in Lothringen geboren und in Stirling-Wendel an der deutsch-französischen Grenze aufgewachsen ist. Nach seinem Abitur, das er 1971 in Saarbrücken ablegte, ging er zur Bundeswehr und wurde 1979 Berufssoldat. Die meiste Zeit verbrachte er in Idar-Oberstein in der Klotzberg- und auch Rilchenbergkaserne. Bis 1983 wohnte er in Idar-Oberstein. In Frauenberg bot sich 1983 die Gelegenheit einen Rohbau zu übernehmen, den er selbst ausbaute und seitdem mit seiner Frau Beate bewohnt.

In den letzten fünfeinhalb Jahren seiner Dienstzeit wechselte Thom vom Heer zur Luftwaffe und wurde in Köln als Offizier für Drohnenaufklärung eingesetzt. Das Sonderangebot für ältere Soldaten, frühzeitig in Pension zu gehen, nahm er mit 53 Jahren an, obwohl er mit Leib und Seele Soldat war. Allein die geografischen Gründe, in Frauenberg zu wohnen und in Köln zu arbeiten, waren dabei für ihn ausschlaggebend. In seiner Wahlheimat Frauenberg war Karl-Heinz Thom bis 1998 aktiver Fußballer in der AH Spielgemeinschaft Frauenberg/Sonnenberg. In dieser Zeit gewannen die Kicker zweimal den Verbandswettbewerb und wurden einmal Zweiter. Im Feuerwehrförderverein, dem er heute noch angehört, war er bis zu seinem Wechsel nach Köln im Vorstand. Kommunalpolitisch ist Thom schon lange engagiert. Von 2004 bis 2009 war er im Haupt- und Finanzausschuss und im Rechnungsprüfungsausschuss der VG tätig. Seit 2004 hat Thom einen Sitz im Gemeinderat von Frauenberg, wurde 2014 Beigeordneter und 2019 Erster Beigeordneter der Gemeinde als Nachfolger von Beate Essig. Außerdem ist er seit 2009 als Schiedsmann aktiv.

Auch hat der derzeitige Erste Beigeordnete konkrete Vorstellungen, was er in seiner Amtszeit anpacken will. Da ist sein Blick zuerst auf die Nahebrücke gerichtet, die seit fast sechs Monaten gesperrt ist. Er wünscht sich bessere Witterung, damit die Arbeiten fortgesetzt werden und die Öffnung der Brücke bis spätestens 30. März erfolgt. „Das wäre ein schönes Ostergeschenk“, sagt Thom. Schön wäre es auch, wenn noch einige Bauplätze am Birkenwald verkauft und die Straßenbeleuchtung auf wesentlich kostengünstigere LED-Technik umgerüstet würden.

Das Feuerwehrhaus sieht er als zu klein und technisch nicht auf dem neusten Stand an. „Es müssten Umkleidekabinen und Toiletten angebaut werden, damit die Feuerwehrkameraden sich nicht länger im unbeheizten Raum umziehen“, konkretisiert er seine Vorstellungen. Im Frühjahr werde die Loretta-Traumschleife umgelegt, um die durch Holztransporter verursachten Wegeschäden zu umgehen. Als Ärgernis bezeichnete Thom die unkontrollierte Holzabfuhr. Er will auch die Straßenschäden an der Bahnhofstraße ausbessern lassen. Der Vollausbau des Eichenrechs steht in der Planung, doch das Ergebnis steht noch aus.

Schon während seiner Vertretungszeit legt der pensionierte Oberstleutnant Wert auf eine enge Zusammenarbeit mit Sonnenberg sowie den Westricher Nahetalgemeinden. Die Firma Stephan sieht Thom als zuverlässigen Arbeitgeber und will das vertrauensvolle Verhältnis, das zwischen der Firma und der Ortsgemeinde besteht, in jedem Fall fortsetzten.

Rettungswagen dürfen Nahebrücke überqueren

Samstag, 04. März 2023, Nahe-Zeitung, Seite 14

Die Arbeiten an der Nahebrücke sind erneut unterbrochen. Der normale Kfz-Verkehr darf das Bauwerk aber nicht überqueren. Foto: Reiner Drumm

LBM lehnt Einspurlösung für normalen Verkehr ab

Sonnenberg/Frauenberg. Die von den beiden Anliegerorten geforderte einspurige Öffnung der Nahebrücke zwischen Frauenberg und Sonnenberg wird es vorerst nicht geben. „Wir konnten das leider nicht erreichen“, sagt Frank Robbert, Ortschef von Sonnenberg-Winnenberg nach einem Treffen mit dem Landesbetrieb Mobilität und der Baufirma Aventas, die seit Oktober 2022 die Sanierungsarbeiten an der Brücke ausführt.

Das Bauwerk sei für diese Einspurlösung zu schmal, sodass diese Variante aus verkehrsrechtlichen Gründen nicht umsetzbar wäre, fasst Robbert die Argumentation von LBM und Aventas zusammen. Diese Gesprächspartner seien den Gemeinden „jedoch insoweit entgegengekommen, dass die Brücke zumindest für Rettungsfahrzeuge geöffnet wird“, so Robbert. Für Spaziergänger und Radfahrer war die Brücke bisher schon passierbar.

Die derzeit erneut unterbrochenen Arbeiten an der Oberseite der 1966 errichteten Brücke würden wieder aufgenommen, sobald dauerhaft Temperaturen von mindestens 3 Grad herrschen. Denn bei Frost könne zum Beispiel keine Grundierung vorgenommen werden, erklärt Robbert. Einen genauen Zeitplan bekämen die beiden Gemeinden noch zugeschickt.

Bei Wiederaufnahme der Arbeiten gehe Aventas nach einer ersten Schätzung von einer Bauzeit von zwei bis drei Wochen mit Sperrung aus. Danach werde die Brücke wieder freigegeben und es würden noch Restarbeiten, etwa die Installation eines neuen Geländers, folgen, erklärt Robbert und bilanziert: „Leider kein optimales Ergebnis.“

Auch der SPD-Bundestagsabgeordnete Joe Weingarten hat sich nun in der Sache zu Wort gemeldet. Die Verkehrsbehinderungen durch den Ausbau dauern schon zu lange“, sagt er. Im Fall weiterer Verzögerungen, die nicht durch das Wetter begründet seien, habe er den Gemeindechefs Unterstützung zugesagt. „Ich kann die Unzufriedenheit der Bewohner beider Orte nachvollziehen und hoffe, dass die Arbeiten nun schnellstmöglich abgeschlossen werden“, so Weingarten. red

Hängepartie um Nahebrücke geht weiter

Mittwoch, 01. März 2023, Nahe-Zeitung, Seite 18

Hängepartie um Nahebrücke geht weiter

Von Gerhard Müller und Axel Munsteiner

Kein Durchkommen möglich: Seit 1966 verbindet diese Brücke über die Nahe die Orte Frauenberg und Sonnenberg. Die im Oktober 2022 aufgenommenen Sanierungsarbeiten an dem Bauwerk ziehen sich zur großen Verärgerung der Bürger in beiden Dörfern arg in die Länge. Foto: Axel Munsteiner

Abschluss der Sanierungsarbeiten verzögert sich erneut und führt zu großem Unmut in zwei Anliegerorten

Frauenberg/Sonnenberg. Es ist der inzwischen vierte Fertigstellungstermin, den der Landesbetrieb Mobilität (LBM) Bad Kreuznach nennt: Die seit Mitte Oktober 2022 laufenden Sanierungsarbeiten an der Nahebrücke zwischen Frauenberg und Sonnenberg-Winnenberg sollen nach Auskunft der Behörde nun erst am 30. März beendet werden. In den beiden Anliegerorten, die von der damit verbundenen Vollsperrung der Kreisstraße (K) 12 betroffen sind, ist das Unverständnis groß. Dort ist man mit der Geduld fast am Ende.

Von einem „Zustand, der nicht hinnehmbar ist und sich auch nicht erklären lässt“, spricht Frank Robbert, der Ortsbürgermeister von Sonnenberg-Winnenberg vor dem Hintergrund der neuerlichen Verzögerungen bei den Arbeiten an der Nahebrücke. Er erinnert daran, dass der LBM für das 400 000 Euro teure Projekt ursprünglich eine Bauzeit von sechs Wochen veranschlagt habe, nun sei man – wenn der jetzt genannte Termin eingehalten wird – schon bei fast sechs Monaten.

Weite Umwege wegen Vollsperrung

Wegen der Vollsperrung müssten viele Einwohner des Dorfs weite Umwege in Kauf nehmen, um zur Arbeit zu kommen oder einkaufen zu gehen. Für einen gewissen Zeitraum sei das akzeptabel, nicht aber für fast ein halbes Jahr. Das gelte auch für im Ort ansässige Firmen, die hohe Umsatzeinbußen hätten und für die es nun „allmählich existenzgefährdend wird“, betont Robbert auf der Facebook-Seite der Gemeinde.

Sein aus gesundheitlichen Gründen aus dem Amt scheidender Ortsbürgermeisterkollege Patrick Kielburger aus Frauenberg sieht das genauso. Auch dort seien die Bürger wegen der Hängepartie an der Brücke sehr aufgebracht.

„Nachdem der Baubeginn zur Brückensanierung zunächst von den Sommerferien in die Herbstferien verschoben wurde, müssen die Bürger nun schon eine vierte Verlängerung der Sperrung hinnehmen. Solche terminlichen Aussagen schaffen Unsicherheit und die neuerliche Verlängerung bis zum 30. März ist nicht nachvollziehbar“, sagt Kielburger. Auch er weist auf die langen Umwege hin, die Autofahrer machen müssen, um von Frauenberg ins normalerweise nur zwei Kilometer entfernte Sonnenberg zu kommen. Hin und zurück sind es nun aber 33 Kilometer, weil die Umleitungsstrecke von Frauenberg aus nun schon seit Herbst über die L 176 bis zum Abzweig nach Hammerstein, dann auf der B 41 bis Oberbrombach und erst von dort auf der K 12 bis Sonnenberg führt.

Patrick Kielburger bringt ebenfalls die Belastung der heimischen Wirtschaftsbetriebe ins Spiel. Dem Sonnenberger Bäcker gehe wegen der Vollsperrung nach und nach die Frauenberger Kundschaft verloren. Das umgekehrte Problem herrsche beim Hofcafé direkt auf der Frauenberger Seite der Brücke in der Talbach, wo die Besucher aus Sonnenberg ausbleiben würden, so Kielburger.

In Sonnenberg gibt es eine Kita, die auch von Jungen und Mädchen aus Frauenberg besucht wird. Einrichtungsleiterin Bettina Herber sagt, sie wisse, dass zurzeit viele Kinder mit dem Auto gebracht werden, weil der eingesetzte Bus für etliche berufstätige Eltern zu spät in Frauenberg abfahre. „Die Eltern sind überhaupt nicht begeistert, da sich ihr Fahraufwand erheblich erhöht hat“, beschreibt Herber die missliche Situation.

Forderung nach kurzfristiger Lösung

An dieser müsse sich nun schleunigst etwas ändern, findet nicht nur Frank Robbert. Dieser hat sich mit einem deutlichen Schreiben an den LBM gewandt und von dort auch bereits Rückmeldung erhalten. Nach NZ-Informationen soll es schon am heutigen Mittwoch ein Gespräch geben, an dem neben dem LBM-Behördenleiter Thomas Wagner auch der Geschäftsführer der ausführenden Baufirma Aventas aus Illingen teilnehmen soll.

Dabei wird es vor allem um die Frage gehen, inwiefern sich die Hauptforderung der politischen Akteure in den beiden Anliegerorten umsetzen lässt. Sie drängen „auf eine kurzfristige Lösung, sodass die Brücke zumindest einspurig befahrbar ist“, wie Robbert betont.

Übrigens: In der Dorfmitte von Sonnenberg wird am Rand der K 12 ebenfalls seit Oktober 2022 eine Stützwand saniert. Auch dort hakt es jedoch bei den Arbeiten. Denn bei der Fertigstellung dieser Maßnahme hat der LBM sogar erst den 30. April als neuen Termin genannt.

LBM entschuldigt sich: 30. März sei „ungünstigst anzunehmender Fertigstellungstermin“

Der LBM erklärt auf NZ-Anfrage, dass die vor Weihnachten wegen einsetzenden Frosts eingestellten Arbeiten vor einigen Tagen wieder aufgenommen wurden. „Sie mussten jedoch wegen der tiefen Temperaturen (Nachtfrost) erneut unterbrochen werden. Die anstehenden Arbeitsschritte mit Herstellung einer Betonversiegelung und Abdichtung auf der Brückenoberseite sind jedoch so witterungs- und insbesondere temperaturabhängig, dass diese aktuell noch immer nicht durchgeführt werden können und wiederum verschoben werden mussten“, erklärt Gerard Pfeifer, Teamleiter LBM-Fachgruppe Konstruktiver Ingenieurbau.

Der 30. März stelle nach heutigem Stand den „am ungünstigsten anzunehmenden Termin“ dar. Die Abdichtungs- und Belagsarbeiten auf der Brückenoberseite hätten im weiteren Bauablauf jedoch oberste Priorität und könnten bei Vorliegen geeigneter Witterungsverhältnisse auch schneller fertiggestellt werden. „Erst nach Abschluss der Arbeiten an der Brückenoberseite kann die Vollsperrung aufgehoben werden. Für die Durchführung von Restarbeiten ist gegebenenfalls noch ein temporärer Ampelbetrieb erforderlich“, erklärt Pfeifer.

Zur Forderung nach einer möglichst schnellen einspurigen Nutzungsmöglichkeit der Brücke erklärt der LBM, dass eine halbseitige Instandsetzung der Fahrbahntafel (Brückenoberseite) bereits vor Beginn des Projekts geprüft worden sei, „dies im vorliegenden Fall aber nicht durchführbar gewesen ist, weil zwischen den Brückenkappen lediglich ein lichter Abstand von sechs Metern als Arbeits- und Verkehrsraum zur Verfügung steht und die Materialien bei dieser Bauweise zusätzlich überlappend eingebaut werden müssen, was zusätzlichen Arbeitsraum erfordert. Des Weiteren werden die nutzbare Fahrbahnbreite durch Baken, Bauzäune und Ähnliches sowie der aus Arbeitsschutzgründen zu berücksichtigende Sicherheitsbereich für das Baustellenpersonal letztlich so weit reduziert, dass nicht mehr genügend Breite für einen einstreifigen Kfz-Verkehr zur Verfügung steht“, erklärt Pfeifer.

Der Unmut der Bevölkerung wegen der Verzögerungen sei für den LBM „sehr gut nachvollziehbar, und wir bedauern die unplanmäßige Bauzeitverlängerung außerordentlich“. Allerdings hätten einige „im Vorfeld nicht absehbare Ereignisse, zum Beispiel Materiallieferschwierigkeiten infolge des Ukrainekrieges, Corona-Erkrankungen des Baustellenpersonals und auch Fachkräftemangel dazu geführt, dass die Arbeiten nicht fristgemäß ausgeführt und zeitlich in den Herbst verschoben werden mussten. Leider ist es dann quasi auf der Zielgeraden vor Weihnachten zu einem Frosteinbruch gekommen, sodass aus bautechnischen Gründen die Bauarbeiten auf der Brückenoberseite nicht mehr abgeschlossen werden konnten“. Wäre dieser Frosteinbruch vor Weihnachten nicht eingetreten, hätten die Arbeiten an der Brückenoberseite „noch rechtzeitig im vorigen Jahr beendet und die Brücke wieder befahren werden können“, betont die Behörde. ax